SCHRÄÄG

Wie fühlt es sich an, wenn dir was gegen den Strich geht ? Schräg !

Nun stell dir einmal vor, das ganze Leben geht dir gegen den Strich. Stell dir einmal vor, die ganze Welt dreht sich nach rechts, aber etwas in dir will sich eigentlich die ganze Zeit nach links drehen. Aber linksherum geht irgendwie nicht in dieser Welt. Alles muß sich nach rechts drehen.

Ein Leben gegen den Strich

Wenn sich alles in dir eigentlich nach links drehen möchte, aber im Außen sich alles nach rechts drehen muß, dann ist Karambolage vorprogrammiert.
Also fängst du einfach früh an, dich nach rechts mitzudrehen. Das fällt der einen leichter und dem anderen schwerer.

Fakt ist: Alles kostet dich viel mehr Kraft, als es die normalen Rechtsdreher kostet.
Fakt ist: Du verlierst immer mehr all das, was deine linksdrehenden Qualitäten sind.

Du paßt dich immer mehr an und verlierst dich selbst dabei immer mehr.
Im schlimmsten Falle hast du irgendwann sogar völlig vergessen, daß du eigentlich ein Linksdreher bist.

Du drehst nun rechts, wie die ganze Welt und wunderst dich vielleicht nur immer wieder, warum du dich so oft so schräg fühlst. Warum du dich so oft so fremd fühlst. Warum du dich so oft so müde fühlst. Warum du dich so oft so anders fühlst als die anderen.

Du machst doch nun alles wie die anderen, hast dich perfekt angepaßt! Und trotzdem stimmt da irgendetwas in dir nicht. Du denkst, du bist doch ganz genauso wie die anderen, aber irgendwas ist immer noch schräg in dir.

Und du hast null Ahnung, was es denn sein könnte

Vielleicht beginnt dein Körper irgendwann zu somatisieren: „Vegetative Dystonie“ – eine Lieblingsdiagnose für all die leidgeplagten Menschen mit all den „ver-rückten“ Symptomen. Wo es eigentlich nichts Richtiges zu finden gibt, denen es aber andauernd krottenschlecht geht.
Vielleicht wirst du aber auch immer hypersensibler. Auf allen Ebenen. Hältst auf einmal alles nicht mehr aus, was da draußen in dieser Welt so ab geht. Alles ist dir zuviel. Dein ganzes System ist völlig überreizt. Wenn du Pech hast, rennst du irgendwann durch die Gegend mit Panikattacken, Platzangst, Phobien, Allergien aller Art etc.etc. Lauter ver-rückte Sachen :-/
         Stell dich doch nicht so an – ist doch alles normal !!!
Ja, alles normal für die Rechtsdrehenden. Aber alles schräg für die Linksdrehenden.
                                  

Ich habe vor kurzem während eines Taketina-Seminars(*) eine interessante und sehr wichtige Erfahrung machen dürfen:

Am letzten Tag übten wir eine Schrittfolge, mit der ich beim Seminar zuvor schon meine Schwierigkeiten hatte. Ich bekam sie einfach nicht hin. Fiel immer wieder raus aus dem Rhythmus. Das hat sich dieses Mal dann so gesteigert, daß ich irgendwann völlig neben mir stand, aus dem Seminarraum raus mußte und mich heulend auf dem Klo wiederfand. Voll schräg :-/  Als sich der „Anfall“ beruhigt hatte, ging ich wieder zurück, suchte mir eine ruhige Ecke im Raum, konzentrierte mich erst einmal ganz auf meine Schritte und versuchte in den Rhythmus zurückzufinden.

Und auf einmal hatte ich eine Inspiration :

Anstatt wie die ganze Zeit den ersten Impuls immer nach rechts zu geben, gab ich den ersten Impuls nach links. Und siehe da, auf einmal klappte dieser für mich sooooo schwierige Schritt wie von selbst. Alles „Verknoddelte“ (das ist saarländisch für Verknotete) in mir löste sich auf und ich konnte mich auf einmal ganz einfach in den Rhythmus einschwingen.

Das war in der Tat ein begnadetes AHA-Erlebnis für mich, die ich mich seit nun fast 3 Jahren in der Rückschulung zur Linkshänderin befinde. Diese Erkenntnis des ersten Impulses und was es für uns LinkshänderInnen bedeuten kann.

Stell dir einmal vor, wie es als Kind ist, wenn DEIN ureigener erster Impuls IMMER falsch ist! Du wirst ganz schnell anfangen, an dir zu zweifeln! Alles in Frage stellen, was zutiefst aus deinem Inneren kommt.

Ich bin falsch! Was ich fühle ist falsch! Alles an mir ist falsch!

Dein erster Impuls als LinkshänderIn geht immer nach links. Aber egal wo du bist, der erste Impuls geht immer nach rechts. Dein Glas steht rechts, dein Besteck liegt rechts. Erst kommt die rechte Hand, dann die linke. Zuerst kommt der rechte Fuß, dann der linke . . .
Die ganze Welt um dich herum ist rechtsseitig angeordnet. Alle Geräte, alle Instrumente sind rechtshändig ausgelegt. Die Welt läuft im Uhrzeigersinn.

Früher wurde Linkshändigkeit in der Schule einfach „ausradiert“. Linkshändigkeit war völlig tabu! Ein Makel! Und wenn du es nicht geschafft hast, dich rechtzeitig von alleine anzupassen, dann wurdest du bis in die 80er Jahre durch das System angepaßt und, früher stellenweise sogar mit roher Gewalt, einfach umerzogen.
Heute dürfen sie das zum Glück nicht mehr. Aber welche LehrerInnen sind schon geschult, linkshändige Kinder dabei zu unterstützen, sich in dieser rechtsseitigen Welt zurechzufinden und sich Selbst dabei nicht zu verlieren?
Eigentlich bräuchten wir Linkshänderkindergärten mit Linkshänder-kindergärtnerInnen und dann Linkshänderklassen mit Linkshänder-lehrerInnen – solange, bis sich die Linkshändigkeit wohltuend und als selbstverständlich in den Kindern manifestiert hat.

Solange bis sie sich sicher sind, daß sie genauso normal sind wie alle rechtshändigen Kinder, daß es für sie nur ein bißchen abenteuerlicher ist, in dieser rechtsdominanten Welt zu leben.

Was es hierzulande dringend bräuchte, ist ein „linkes Selbstbewußtsein“ . Ich habe das Gefühl, Linkshändigkeit existiert hier gar nicht. Die ganze Linkshänderproblematik interessiert keinen! Wo ist das Problem? Alles war schon immer rechtsrum und wird so bleiben und alle haben sich angepaßt. Wo ist das Problem? Es existiert kein Problem – rein wissenschaftlich gesehen ist sowieso alles Quatsch! Für viele Hirnforscher ist das alles nur pure Hysterie. Und all die vielen aus der Umschulung und Verdrehung entstandenen Probleme werden einfach auf andere Gebiete verteilt und heraus kommen dann diese „Vegetativen Dystonien“ und diverser Psychokram. Oftmals ohne Lösung in Sicht, weil das wirkliche Problem unsichtbar ist.

Eine der größten Fähigkeiten des Menschen ist es, sich anpassen zu können. Das sicherte schon immer unser Überleben. Aber es hat auch seinen Preis! Und der Preis den wir LinkshänderInnen für die Anpassung an die „rechte“ Welt zahlen ist kein geringer! Aber das muß erst einmal überhaupt gesehen werden.

Schauen wir doch kurz mal noch über den großen Teich. Vier der fünf Präsidenten der USA von 1981 bis 2016 waren Linkshänder: ReaganBushClinton und Obama. Spannend! Und beobachtet mal in Filmen, wie viele linkshändige SchauspielerInnen es dort gibt!
Ich wunderte mich, wie es kommt, daß in den USA die Linkshändigkeit eine ganz andere Präsenz hat? Und dann fand ich etwas Spannendes: Im Baseball – „America’s Darling“ – sind Linkshänder heiß begehrt! 30,39 % der Weltspitzewerfer sind Linkshänder!
AHA ! That’s it ! LinkshänderInnen  sind einfach cooool in America !

Ansonsten wird es wohl noch einige Zeit und viel Bewußtheit brauchen, um weltweit den alten Aberglauben, der hauptsächlich auf religiösen Spinnereien beruht, daß die rechte Hand gut und heilig und die linke Hand unrein und teuflisch sei, ganz und gar aufzulösen.

Ich glaube, es wird einhergehen mit einer neuen Balance des Weiblichen und des Männlichen in dieser Welt. Die Unterdrückung der Linkshändigkeit und die Unterdrückung des Weiblichen gehen für mich Hand in Hand. Die linke Seite ist unsere weibliche Seite und in einer patriarchalen Welt mußte das Weibliche entmachtet werden, um die Dominanz des Männlichen zu gewährleisten.

Aber die Welt ist dabei, in eine neue Mitte zu gehen. 

Wir könnten es alle unterstützen, indem wir einfach einmal anfangen, uns viele Alltagsgewohnheiten bewußt zu machen und sie zu verändern. Hört einfach mal auf damit, immer zuerst „rechts“ und dann „links“ zu sagen. Hört einfach mal auf damit, immer zuerst „männlich“ und dann „weiblich“ zu sagen. Egal ob ihr nun LinkshänderInnen oder RechtshänderInnen seid. Mal so und mal so. Eine neue Balance finden !

Nirvana’s Kurt spielte Linkshändergitarre – aber schreiben tat er mit rechts

Wenn ihr nun, wie auch immer, mir dem hier Geschriebenen in Resonanz gegangen seid und für euch das Thema vertiefen wollt, kann ich zwei gute Bücher empfehlen:
Marina Neumann, Natürlich mit links
Johanna B. Sattler, Der umgeschulte Linkshänder und Der Knoten im Gehirn
Auch wenn ihr fest davon überzeugt seid, RechtshänderIn zu sein, wenn es eine Resonanz in euch gibt, dann laßt euch einfach mal auf das Thema ein und schaut, was passiert.

Ich möchte euch hier noch ein wenig über meinen Weg zur Linkshändigkeit erzählen. Bis vor ein paar Jahren war ich absolut davon überzeugt, Rechtshänderin zu sein, stellte es nie in Frage. Ich schrieb gerne und hatte eine schöne Schrift. (Die immer wieder auftretenden unerklärlichen Schmerzen in meinem rechten Arm während meiner Gymnasialzeit und meine „verrückte“ Sehschwäche, bei der keine Brille half, verstehe ich heute erst.) Doch dann kam vor ein paar Jahren bei einer kinesiologischen Testung heraus, daß mein Sprachhirn rechts angelegt ist, und das ist der Fall bei Linkshändern. (Sprachhirn und Schreibhand liegen sich gegenüber). Da ich aber Rechtshänderin war, wurde ich als Mischtyp deklariert, was mir endlich meine phasenweise auftretende Verpeiltheit und meinen phasenweise auftretenden „Knoten im Hirn“ erklärte. Ich wurde kinesiologisch entstresst und bekam verschiedene Übungen, um die Hirnhälften in Balance zu bringen, und damit hatte sich das Ganze. Erst einmal.

Doch dann passierte in der Nacht auf den 13. August 2014 folgendes:
Ich bekam aus heiterem Himmel wahnsinnige Schmerzen in meinem rechten Arm. Sie wurden so schlimm, daß ich nicht mehr schlafen konnte, nicht mehr liegen konnte. Und es half einfach nichts. Also habe ich auf der Couch rumgelungert, einen Film nach dem anderen geschaut, und dazwischen ein Buch nach dem anderen aus meiner ebook-Bücherei gelesen. Und wie der Zufall es so wollte, stieß ich auf ein Buch das gerade neu reingekommen war: „Natürlich mit links“

Und da ich, gezwungenermaßen, ja gerade alles mit links machen mußte, begann ich an dieses Buch zu lesen. Und was dann kam, war ein AHA-Erlebnis der besonderen Art.
Ich fand mich und meine „Leidens“-Geschichte total wieder und dann stellte sich auch noch heraus, daß der 13. August der Welt-Linkshänder Tag ist. Zufall?  Das war definitiv eine Fügung des Schicksals!

Das brachte dann alles ins Rollen. Nach einer systemischen Aufstellung, die mir meine angelegte Linkshändigkeit bestätigte, ging ich 2016 zu Marina Neumann in die Linkshänderberatung und hörte daraufhin auf, mit der rechten Hand zu schreiben.

Das Schlimmste an allem war jedoch mein Verstand, der lange Zeit immer wieder meine Entscheidung anzweifelte und alles ins Wanken brachte. Wenn du nicht umgeschult wurdest, sondern dich einfach von selbst angepaßt hast und das Schreiben mit rechts dir nie sonderlich schwer fiel, ist es sehr sehr schwer, das Linkshändige in sich wiederzufinden. Erst nach und nach entdeckte ich immer mehr Facetten meiner Linkshändigkeit in Bereichen, wo es niemandem so schnell auffallen konnte, daß da was mit mir nicht stimmte.

Auch wenn mein linkes Schriftbild immer noch nicht meinen (Verstandes-) Ansprüchen genügt, hatte mein Verstand ab dem Moment, als mir auf einmal bewußt wurde, was sich tief in mir zu verändern begann, keine Chance mehr. Das Erste, was mir auffiel, war, daß auf einmal beim Singen eine andere Öffnung da war. Die Stimme war auf einmal anders connected. Und das fühlte sich einfach super an. Dann spürte ich, daß meine Sensitivität/Medialität enorm zunahm, was meiner Aufstellungs-arbeit in der Praxis sehr zugute kam.

Aber das Allerallerwichtigste: Ich bekam peu à peu einen anderen Zugang zu mir Selbst. Ich wußte natürlich schon lange, wer „ICH BIN“. Aber nun fing ich an, „ES“ tatsächlich zu FÜHLEN. Mich SELBST fühlen. Unbeschreiblich!

Und auch im Alltag veränderte sich vieles in meinem Innern. Anstatt mir, wie mein ganzes Leben lang, immer bei allem gleich den „Kopf zu zerbrechen“, begann ich immer mehr darauf zu vertrauen, daß zur rechten Zeit einfach ein Impuls aus meinem Innern kommt. Mittlerweile lautet mein wichtigstes Mantra, sobald ich merke, daß mein Verstand mal wieder anfängt zu rotieren, um eine Lösung zu finden: Ich weiß es nicht!

Ich vertraue immer mehr und warte einfach ab. So auch mit dem Blog-Schreiben. Anfangs ließ ich es noch zu, daß mein Verstand mich wahnsinnig machte, wenn ich längere Zeit nichts geschrieben hatte. Mittlerweile WEISS ich genau, daß es einfach irgendwann wieder „plopp“ macht, und dann ist das nächste Thema da und „fließt“ wie von SELBST.

Es heißt, es dauert ungefähr 5 Jahre bis eine Rückschulung einigermaßen über die Bühne ist. Es ist wahrlich kein leichter Weg zurück. Aber ich bin der festen Ansicht, es ist der wichtigste Weg meines Lebens.

Wir können uns Selbst nicht dort finden,
wo wir gar nicht sind!

Also, all ihr lieben wissenden und noch unwissenden Linksdreher, sucht euer „Osterei“  nicht länger auf der falschen Seite

&
ENJOY THE SUN

PS :
Und allen RechtshänderInnen, die meinen, das mit der „Verdrehung“ und ihren Folgen sei vielleicht doch alles etwas zu weit hergeholt und übertrieben, schlage ich vor, daß ihr mal einen ganzen Tag lang versucht, alles mit links zu machen ! Aber wirklich ALLES !!!!!

NACHTRAG :

Mir ist gerade noch etwas einfallen, was ich erst vor kurzem (wieder-) entdeckt habe, und was euch helfen kann, ganz leicht, eure Gehirnhälften wieder zu synchronisieren, wenn ihr euch verpeilt und unkonzentriert fühlt :

DIE TAFELN VON CHARTRES

(Druckt sie euch aus oder zieht sie euch auf euren Desktop)

10-minütige Meditation mit den TAFELN VON CHARTRES zur Synchronisation der beiden Gehirnhälften:

Die Wirkung zeigt sich durch eine deutlich spürbare Erhöhung der Achtsamkeit, eine ausgebildete Fähigkeit der Fokussierung bzw. Konzentration und die Synchronisation der Gehirnwellen, damit die rechte und linke Gehirnhälfte perfekt zusammenarbeiten können

Strecke deinen nach oben gerichteten Zeigefinger senkrecht vor deiner Nase aus und fixiere die Fingerspitze mit deinem Blick. Im Hintergrund kannst du sehen wie sich die Tafeln verdoppeln. Du solltest in deinem passiven Blickfeld jetzt also vier Tafelreihen wahrnehmen. Bewege deinen Finger nun ganz langsam zum Bildschirm hin bis sich die inneren beiden Tafeln in der Mitte treffen und vereinen. Du solltest dann drei gleichgroße Tafelreihen vor dir sehen. Fixiere die mittlere Tafel und versuche sie scharf zu stellen, während du deinen Zeigefinger langsam wieder wegführst. Wenn du geübt bist, kannst du diesen Blick auch ohne die Hilfe deines Fingers durch ein leichtes Schielen erzeugen. Dieser Blick wird als weicher Blick bezeichnet und ist die Ausgangsbasis dieser Meditationstechnik. Dieser scheinbare Blick ins nichts offenbart dir die Wahrnehmung zur geheimen Tafel von Chartres. Sollte es nicht gleich funktionieren, kannst du etwas näher zum Bildschirm rücken oder dich ein wenig wegbewegen. Experimentiere etwas herum, um den optimalen Abstand zu finden. Zu Beginn kann diese Stellung für deine Augen etwas anstrengend sein, aber keine Sorge, es völlig ungefährlich, sogar ganz im Gegenteil: diese Blickstellung kann deine Sehkraft sogar positiv beeinflussen, da dadurch deine Augenmuskulatur trainiert wird. Wenn dieser Blick auf Dauer zu anstrengend werden sollte, dann kannst du während der Meditationsübung deine Augen schließen oder den Blick lockern, um deine Augenmuskulatur zu entspannen. Du wirst merken, dass es von Mal zu Mal besser wird. Was während der Meditation passiert ist beeindruckend. Zum Einen trainierst du die Fähigkeit deinen Fokus aufrecht zu erhalten, was nur durch anhaltende Konzentration möglich ist. Dadurch kommen bestimmte Muskeln im Auge zur Ruhe, was automatisch dazu beiträgt dein Bewusstsein in einen meditativen Zustand zu versetzen. Weiterhin versucht dein Gehirn die beiden Bilder deiner Augen zu synchronisieren. Das kannst du daran erkennen, dass die Farben der mittleren Tafel immer wieder zwischen Rot und Blau wechseln. Im Sehzentrum deines Gehirns werden die Bilder der beiden Augen zusammengeführt. Dort wird entsprechend die Farbe der linken oder der rechten Tafel wahrgenommen, je nachdem welche Gehirnhälfte dominanter ist. Wenn die Farben zwischen Rot und Blau wechseln ist das bereits ein gutes Zeichen dafür, dass eine Synchronisierung stattfindet. Die Dominanz wechselt von einer Hirnhälfte zur anderen. Konzentriere dich dann weiter auf die mittlere Tafel, bis die Farben nicht mehr wechseln, sondern sich zu einem satten Lila vermischen. Dann beginnen sich deine Gehirnhälften zu synchronisieren.

Setze dich gemütlich hin, entweder im Schneidersitz auf den Boden oder in aufrechter Haltung auf den Stuhl. Stelle den Bildschirm vor dir auf, sodass die Tafeln in der optimalen Entfernung zu sehen sind. Baue den weichen Blick auf, sodass die dritte Tafelreihe in Erscheinung tritt. Wenn du möchtest, kannst du dazu deinen Zeigefinger als Hilfsmittel nehmen. Halte den Blick aufrecht, während du rythmisch und ruhig atmest. Achte nur auf die Tafeln und deinen ruhigen wohltuenden Atem. Halte den Blick auf die mittlere Tafel,während du ganz achtsam verfolgst, wie die Luft in deine Lunge ein- und ausströmt und sich dein Körper tiefer und tiefer beruhigt. Während du die mittlere Tafel fixierst, erkennst du allmählich wie die Farben zwischen Rot und Blau wechseln. Das sollte dir nicht sonderlich erscheinen, da dies ein gutes Zeichen ist. Die einseitige Dominanz deiner beiden Hirnhälften beginnt sich aufzulösen und von einer Hirnhälfte zur anderen zu wechseln. Atme einfach ruhig und entspannt weiter und höre der Musik im Hintergrund passiv aber aufmerksam zu. Sollte es dir zu anstrengend werden diesen Blick während der Meditation aufrecht zu erhalten, kannst du deine Augen jederzeit schließen um sie zu entspannen. Wenn du möchtest kannst du jetzt deinen Blick ganz langsam etwas genauer auf den Kreis richten. Halte die Konzentration ganz locker und leicht aufrecht. Lasse deinen Blick vorsichtig hoch zum Quadrat wandern. Wenn du bereit bist, kannst du deinen Blick auch auf das Rechteck hochführen. Während du weiterhin rythmisch atmest und deinen Körper lockerst und entspannst, achtest du auf die Farben der mittleren Figuren. Versuche die Farben ganz bewusst von Rot nach Blau zu verändern und umgekehrt. Versuche diesen Farbwechsel allein mit deiner Willenskraft zu steuern. Ganz ruhig und entspannt. Fixiere nun wieder deinen Blick auf einen Punkt in der Mitte. Achte ganz genau auf die Farben und lasse sie miteinander verschmelzen. Wenn du die lila Farbe erkennst, dann sind beide Bilder die deine beiden Augen wahrnehmen im Sehzentrum deines Gehirns ausgeglichen. Deine Gehirnhälften beginnen sich zu synchronisieren und im gleichen Takt zu schwingen. Die perfekte Balance zwischen Rechts und Links. Zwischen Rationalität und Irrationalität. Zwischen Logik und Kreativität Die Verbindung zwischen Yin und Yang. Lass uns das noch weiter verstärken. Atme weiter im ruhigen Rhythmus und nimm wahr, was auch immer du im Körper empfindest. Lasse deine Gefühle, deine inneren und äußeren Wahrnehmungen einfach sein. Akzeptiere das was ist, wie es ist, ohne es verändern zu wollen. Du beobachtest es, ebenso wie du die dritte Tafel beobachtest. Vielleicht ist dir bereits aufgefallen, dass hin und wieder die rechte oder linke Tafel beginnt zu verschwinden. Konzentriere dich nun darauf, dass du wieder mit deiner Willenskraft abwechselnd die rechte und dann die linke Tafel zum Verschwinden bringst, sodass du jeweils immer zwei Tafeln wahrnehmen kannst.Die mittlere Tafel bleibt aber immer in deinem Wahrnehmungsfeld. Nun vertiefst du deine Konzentration noch weiter auf die mittlere Tafel, sodass du nur noch sie wahrnimmst. Richte deinen Fokus immer wieder neu aus. Schwinge dich langsam und ruhig in diese Wahrnehmung hinein. Das Gleiche machst du auch mit der lilanen Farbe. Halte die Synchronisation deiner Hirnhälften aufrecht indem du weiterhin rhythmisch und ruhig atmest. Sehe vor dir die eine einzige geheime lila Tafel von Chartres. Dehne dein Aufmerksamkeitsfeld aus und halte deine Atmung und deinen Körper stets in Gewahrsein. Halte den Blick auf die Tafel so lange wie möglich und genieße die Synchronisation

Schließe nun deine Augen und kreise sie etwas hin und her. Lasse deinen Blick hinter deinen geschlossenen Lidern von links nach rechts wandern. Öffne wieder deine Augen und wiederhole das Ganze. Schaue ganz weit nach links. Dann ganz weit nach rechts. Nach oben, nach unten. Fixiere deinen Blick auf deine Nasenspitze, dann wieder in die Ferne. Wieder auf die Nasenspitze und dann wieder in die Ferne. Nimm nochmal zum Abschluss einen tiefen Atemzug und nimm achtsam die mentale Veränderung wahr. Was fällt dir auf?
Fühlst du dich erholter? Leistungsfähiger? Aufmerksamer? Konzentrierter?

( youtube tutorial von HigherMind /Andreas Schwarz)

(*)

WAS IST TAKETINA ?
TaKeTiNa ist ein einzigartiger musikalischer Gruppenprozess zur Aktivierung musikalischen und menschlichen Potentials durch Rhythmus.
Durch die TaKeTiNa Rhythmus-Pädagogik bekommt jeder Mensch Zutritt zu seiner rhythmischen Begabung. Sie vermittelt Rhythmus so, wie der Mensch ihn von Natur aus am Besten lernen und verstehen kann. Anstatt Rhythmus-Patterns einzustudieren, wird der Lernende direkt zur Erfahrung elementarer musikalischer Bausteine geführt, die im Bewußtsein jedes Menschen verankert sind. Die Teilnehmer kommen mit ihrem rhythmischen Urwissen in Berührung.
Die außermusikalischen Wirkungen des TaKeTiNa Prozesses reichen von der Transformation behindernder Verhaltensmuster bis zur Erweckung von Intuition, Kreativität und Kommunikationsfähigkeit. Denn im TaKeTiNa Prozess ist musikalisches Lernen immer auch ein menschlicher Lernprozeß. Das, was unser Leben behindert, spiegelt sich darin als musikalisch-rhythmisches Problem wieder und kann durch rhythmisch-musikalische Arbeit transformiert werden. Denken und Fühlen, intuitives Ahnen und kognitives Handeln, äußere Bewegung und innere Stille beginnen miteinander zu kooperieren, das Denken wird still und es entsteht Raum für Visionen und Veränderung.
Der Körper ist das Hauptinstrument, die Begegnung mit Rhythmus erlebt der Lernende direkt und intensiv. Mit der Stimme, mit Klatschen und mit Schrittbewegungen werden die Teilnehmer gleichzeitig auf drei unterschiedliche Rhythmus-Ebenen geführt. Der Puls einer Basstrommel begleitet und stabilisiert den Grundrhythmus der Schritte, im Klatschen hingegen bauen sich kontrastierende Rhythmen auf. Ein ständig sich verändernder Wechselgesang bringt das improvisierende Element und die destabilisierende Kraft in den Prozeß. Im Zusammenwirken von Stabilisierung und Destabilisierung fallen einzelne Teilnehmer immer wieder aus dem Rhythmus. Der Rhythmus der Gruppe aber holt jeden sanft und kraftvoll zugleich zurück – ein Prozeß, in dem sich tiefgreifendes musikalisches Selbstvertrauen entwickelt.
(Textauszug aus www.taketina.net)

Linkshänderberatung:

Martina Neumann
Manteuffelstr.8
12203 Berlin
Tel. 030-82709492
www.linkerhand.de

Bilder:
Schiefe Turm von Pisa : Erich Gall
www.unsplash.com
www.pixabay.com